Corona Risikogruppen

Corona Risikogruppen

Welche Corona Risikogruppen es gibt und warum eine bestimmte Gruppe von Menschen überhaupt ein erhöhtes Risiko haben, an Covis-19 zu erkranken und einen schweren Verlauf nehmen, erfahren Sie in diesem Artikel. Ich gehe auf jede Risikogruppe ein und versuche die Ursache hierfür zu erforschen.

Corona Risikogruppen Definition

Corona Risikogruppen definieren jene Menschengruppen, die nach einer Infizierung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 an COVID-19 erkranken und deren Erkrankung einen schweren Verlauf nimmt und das bis zum Tod führen kann.

Zunächst möchte ich die einzelnen Begriffe und den Verlauf klären, bevor ich mich den Corona Risikogruppen widme.

SARS-CoV-2

Der SARS-CoV-2 ist ein neuartiger Virus. Per Definition ist ein Virus eine Nukleinsäure, die einen Wirt braucht, um sich zu replizieren. Diese Nukleinsäure ist keine Zelle und besitzt auch keine Zellen. Sie besitzt lediglich die Bausteine bzw. die Anleitung zur Replikation. Der SARS-CoV-2 ist in der Lage beim Menschen anzudocken und diesen zu infizieren. Er nutzt den Wirt „Mensch“, um in dessen Zellen seine „Erbinformationen“ zu leiten und zu verseuchen. Diese verseuchten Zellen sind nun in der Lage sich zu vermehren und andere Zellen im Mensch zu infizieren. Im Fall von Corona wird hauptsächlich die Lunge befallen. Es kommt zur Lungenerkrankung COVID-19.

COVID-19

COVID-19 ist per Definition eine Lungenerkrankung bzw. Erkrankung der Atemwege. Nimmt diese Erkrankung einen schweren Verlauf kann es zu einer akuten Lungenentzündung kommen, die schlimmsten Fall mit dem Tod enden kann.

Um genau diesen schweren Verlauf geht es bei den Corona Risikogruppen. So wurde festgestellt, dass bestimmte Gruppen ein erhöhtes Risiko haben, dass die Lungenerkrankung einen schweren Verlauf nimmt.

Welche Corona Risikogruppen gibt es

  • Ältere Menschen ab 50 Jahre
  • Männer
  • Diabetiker
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Menschen mit Erkrankungen der Lungen
  • Menschen mit Erkrankungen der Nieren
  • Krebskranke
  • Asthmatiker
  • Raucher
  • Menschen, die Medikamente einnehmen, die nachweislich das Immunsystem schwächen

Ich möchte nun auf die Corona Risikogruppen einzeln eingehen und versuchen nach besten Wissen Licht in das Dunkel zu bringen. Vorab möchte ich klarstellen, das ich weder Wissenschaftler noch Arzt bin. Somit nutzen Sie bitte diesen Analysen nur zur Information. Natürlich ist es möglich, dass ich wissenschaftlich falsch liege bzw. dass es Experten gibt, die anderer Meinung sind. Als ausgebildeter und zertifizierter Nährstoffanalytiker werte ich nicht, sondern verwende Fakten, um mir eine eigene Meinung zu bilden und eventuell mögliche Wege aufzuzeigen, wie man trotz Infektion mit Corona den Verlauf abschwächen kann.


Corona Risikogruppe – Ältere Menschen

Corona Risikogruppe ältere MenschenLaut dem Robert-Koch-Institut steigt mit zunehmenden Alter ab 50 Jahre das Risiko, dass die Corona Infektion einen schweren Verlauf nimmt. Während derzeit die Todesfälle in Deutschland noch nicht eindeutig nach Altersgruppen ausgewertet vorliegt, zeigt eine Analyse des italienischen Institut Superiori di Sanità bereits Ergebnisse. Hier lag das Durchschnittsalter der Todesfälle bei 79,5 Jahre (Menschen die mit Corona infiziert waren und starben).

In China liegen Auswertungen vor, bei der die Sterblichkeitsrate ab 50 Jahre expotential steigt:

  • Altersgruppe ab 80 Jahre – 14,8%
  • Altersgruppe 70-79 Jahre – 8,0%
  • Altersgruppe 60-69 Jahre – 3,6%
  • Altersgruppe 50-59 Jahre – 1,3%
  • Altersgruppe 40-49 Jahre – 0,4%
  • Altersgruppe 30-39 Jahre – 0,2%
  • Altersgruppe 20-29 Jahre – 0,2%
  • Altersgruppe 10-19 Jahre – 0,2%
  • Altersgruppe 0-9 Jahre – 0%
Warum sind ältere Menschen nun besonders gefährdet?

Ältere Menschen haben ein schwächeres Immunsystem als jüngere Menschen. Ihre Immunantwort, also die Bereitstellung von Antikörper bzw. Abwehrzellen fällt mit zunehmenden Alter geringer aus. Ich bin mal dem nachgegangen und habe dazu 3 mögliche Erklärungen gefunden.

1. Telomere verkürzen sich

Telomere sind sogenannte Chromosomenden in den Zellen, die sich mit jeder Zellteilung verkürzen. Diese schützen die DNA Informationen einer jeden Zelle vor Abbau. Ab einem bestimmten Punkt sind die Telomere so sehr verkürzt, dass eine erneute Zellteilung nicht mehr möglich ist. (Seneszenz). Bei älteren Menschen tritt das immer häufiger auf. Das heißt wiederum, dass sich die Anzahl der Zellen zunehmend verkleinert. Wenn also immer weniger neue Zellen produziert werden, stehen dem alternden Menschen auch weniger Zellen zur Verfügung, die beim Eindringen von Krankheitserregern dafür sorgen, diese zu bekämpfen. Heidelberger Wissenschaftler haben einen interessanten Ansatz gefunden, bei der festgestellt wurde, dass durch das An- und Abschalten der Transkription die Länge dieser Telomere beeinflusst werden kann. Die Presseinformation dazu finden sie hier.

2.Thymus bildet sich zurückCorona Risikogruppen ältere Menschen - Thymus

Die meisten Immunzellen reifen im Knochenmark. Mit zunehmenden Alter verliert es seine Regenerationsfähigkeit und produziert daher weniger Vorläuferzellen. Diese Vorläuferzellen werden später zu Abwehrzellen ausgebildet. Der Thymus, eine Drüse, bildet sich mit zunehmenden Alter zurück, so das sie laut Recherche ab dem mittleren Alter gar nicht mehr da ist. Das hat zur Folge, dass die Abwehrzellen nicht richtig ausgebildet werden können. Das heißt im Klartext, dass der Organismus von älteren Menschen mit seinem vorhanden Kontingent an T-Zellen, den „Helferzellen“ bis an sein Lebensende auskommen muss.

3. blutbildende Stammzellen

Forschergruppe des Universitätsklinikums Ulm glaubt, dass blutbildende Stammzellen einen Art Wartungsdienst bereitstellen, für die Regeneration von Blut- und Immunzellen sorgt. Dieser lässt im Alter nach und soll so seinen „Dienst“ nicht mehr optimal erfüllen können.

Unabhängig davon, warum die Corona Risikogruppe Ältere Menschen nun ein schwächeres Immunsystem haben ist bekannt, dass Beispielsweise Menschen über 70 Jahre zu 90% mit Hepatitis infiziert sind und keine Symptome zeigen. Auch regiert der Körper bei Infektionen weniger mit Fieber, als es bei jüngeren Menschen der Fall ist. Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers, bei der durch erhöhte Temperatur Bakterien und Viren abgetötet werden sollen. Daher ist es auch wichtig, bei der kleinsten Temperaturerhöhung nicht sofort zu fiebersenkenden Maßnahmen zu greifen. Natürlich ist darauf zu achten, dass das Fieber nicht zu hoch wird, da hier unter anderen das Herz in Mitleidenschaft gezogen werden kann.

Bei älteren Menschen funktioniert das Abhusten auch schlechter, als bei jüngeren Menschen, so das Keime leichteres Spiel beim Vermehren haben. Daher treten bei älteren Menschen auch vermehrt Lungenentzündungen und Sepsis auf, die oft auch zum Tot führt. Nicht zu vergessen ist dabei die Tatsache, dass ältere Menschen vermehrt bereits sogenannte Grunderkrankungen haben, die zusätzlich das Immunsystem schwächen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass bei älteren Menschen ab 60 Jahre ein erhöhtes Risiko besteht, das bei einer Corona Infektion, der Krankheitsverlauf schwerer ist und sich laut o.g. Statistik bei Menschen ab 70 Jahre die Sterblichkeitsrate verdoppelt. Daher gilt es, unsere älteren Familienmitglieder besonders gut zu schützen.


Corona Risikogruppe Männer

Auffällig war auch die Sterblichkeitsrate der Männer, die bei 2,8% höher lag, als die der Frauen mit 1,7%, so die Auswertung o.g. Studie. Der Grund konnte nicht genannt werden. Ich konnte 3 mögliche Ursachen dafür finden, warum bei Männern, die am Corona Virus erkrankt sind, der Verlauf der Krankheit schwerer bzw. die Sterblichkeitsrate höher liegt. Laut RKI liegt das Verhältnis der COVID-19 Toten bei Männern bei 65 Prozent und bei Frauen bei 35 Prozent. Mögliche Ursachen, die genannt wurden:

Männer rauchen mehr

In China, wo 50% der Männer und nur 3% der Frauen rauchen, wäre das eine möglich Ursache. In Deutschland liegt das Verhältnis etwas anders. Laut Journal of Health Monitoring 2017 2(2) rauchen 27% der Männer täglich oder gelegentlich und 20,8% der Frauen. Da aber Frauen bekanntlich empfindlicher mit Tabakschäden reagieren, scheint auf den ersten Blick in unserem Land das Rauchen nicht Ursache für die erhöhte Sterblichkeitsrate bei Männern zu sein.

Männer achten nicht so sehr auf die Gesundheit

Männer sind nicht so gesundheitsbewusst wie Frauen – über diese Aussage lässt sich streiten. Was ist „Gesundheitsbewusst“?

„Männer nehmen weniger Pflegeprodukte zu sich“. Wenn es um die Pflege mit Pflegeprodukten geht, stimme ich dieser Behauptung nicht zu. Ich glaube schon, dass Frauen mehr Cremes benutzen, als Männer. Die Frage ist nur, welche Cremes werden denn benutzt. Es ist bekannt, dass es viele Cremes gibt, die schädlich Stoffe beinhalten. Auch ist bekannt, dass durch zu hohe Mackup Schichten, die Haut in Ihrer Hauptfunktion als größtes Entgiftungsorgan, eingeschränkt ist. Die Haut des Mannes produziert  aufgrund des deutlich höheren Testosteronspiegels zudem 30 % mehr Hautfett, welches die Haut vor Umwelteinflüssen schützt und vor Flüssigkeitsverlust schützt.

Auch in Sachen Sport liegen die Männer laut Statista Umfrage mit 19,8% gegenüber 13,8% der Frauen weiter vorn. Sport und Bewegung ist bekannt dafür, dass man dadurch gesünder und fitter ist und das Immunsystem gestärkt wird. Somit fällt auch Sport nicht in die Kategorie.

Männer ernähren sich nicht so gesund wie Frauen.

Bei Männern und Frauen gibt es Unterschiede im Essverhalten. So verzehren Frauen im Schnitt zwischen 0,3-0,8 Portionen Gemüse / Tag mehr als Frauen. Wie nährreich diese sind lasse ich hier mal offen. Fakt ist, dass Frauen bewusster und gesundheitsorientierter essen, als Männer. Männer brauchen einerseits mehr kalorienreiche Kost aufgrund von Körperbau und körperlicher Aktivität und andererseits sind sie genussorientierter, während Frauen mehr auf „die Linie achten“.

Übergewicht ist mit einem erhöhten Risiko von Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes verbunden. Diese Erkrankungen erhöhen laut RKI das Risiko, bei einer Corona Infektion schwer zu erkranken. Somit betrachte ich kurz die Zahlen zu Übergewicht in Deutschland. Laut RKI Gesundheitsmonitoring  sind zwei Drittel der Männer (67%) und die Hälfte der Frauen (53%) normal übergewichtig (BMI 25-29,9). Das wäre eine mögliche Erklärung, dass Männer ein erhöhtes Risiko haben.

Frauen sind durch zusätzliches X-Chromosom widerstandsfähiger

Analyse folgt….

 


Corona Risikogruppe Diabetiker

Bei Diabetes – auch Zuckerkrankheit genannt, wird Insulin, welches für die Verstoffwechslung von Kohlenhydraten benötigt wird, nicht mehr oder in zu geringen Mengen produziert. Es entsteht eine sogenannte Überzuckerung. Diabetiker müssen venös zusätzlich Insulin dem Blutkreislauf zuführen. Einfach ausgedrückt : Zucker und Kohlenhydrate aus der Nahrung werden nicht mehr abgebaut.

Laut Deutscher Diabetes Hilfe gehören Diabetiker nicht automatisch zur Corona Risikogruppe. Ein erhöhtes Risiko würde nur bei solchen Menschen mit Diabetes bestehen, die zusätzliche Begleiterkrankungen wie zum Beispiel kardiovaskuläre Erkrankungen haben. Kein erhöhtes Infektionsrisiko haben „gesunde“ Diabetes-Patienten Typ 1 und Typ 2 mit einer stabilen Glukoseeinstellung.

Man unterscheidet zwei Typen von Diabetes: Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 1

Beim Diabetes Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Bei einer Autoimmunerkrankung wendet sich das Immunsystem gegen eigene Zellen, sieht diese als Bedrohung und bekämpft sie. Im Fall von Diabetes Typ 1 werden die Insulin-produzierenden Zellen in den Langerhans´schen Inseln der Bauchspeicheldrüse vom körpereigenen Abwehrsystem zerstört. Da der Körper kein eigenes Insulin produziert muss teilweise täglich mehrfach Insulin gespritzt werden. Hier wird der Insulinspiegel stetig überwacht und gegebenenfalls angepasst.

Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2 ist die am meisten verbreitete Art von Diabetes unter den Diabetikern. Über 90% aller Diabetiker haben diesen Typ. Hier ist die Wirkung des Insulins verringert (Insulinresistenz) und gekoppelt mit einem gleichzeitigem Insulinmangel. Laut Deutsche Diabetes Stiftung wird der Diabetes Typ 2 wie folgt zitiert: „Der Typ-2-Diabetes oder dessen Vorstufen (erhöhte Nüchtern-Plasma-Glukose und/oder gestörte Glukosetoleranz = Prädiabetes) sind häufig mit anderen Problemen des Metabolischen Syndroms verknüpft. Dieser Diabetes-Typ geht zu über 80% mit Fettleibigkeit (Adipositas) einher“.

Das Metabolische Syndrom ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Krankheiten und Risikofaktoren für Herz-/Kreislauferkrankungen Stoffwechsel bedingt. Von einem Syndrom spricht man, wenn mehrere Symptome gleichzeitig auftreten. Zu den Symptomen gehören hier starkes Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhter Blutzuckerspiegel und gestörter Fettstoffwechsel. Jedes dieser 4 Symptome kann Blutgefäße schädigen und zu Herz-Kreislauferkrankungen führen laut Internisten im Netz.

Also doch Corona Risikogruppe?

Wenn also 90% aller Diabetiker den Diabetes Typ 2 haben, bei dem oder dessen Vorstufen Probleme mit dem Metabolischen Syndrom verknüpft sind, heißt das doch, dass die meisten Diabetiker unweigerlich Symptome haben, die zu Herz-Kreislauferkrankungen führen können. Bei Herz-Kreislauferkrankungen ist das erhöhte Risiko für einen schweren Verlauf bestätigt.

Somit lässt sich erkennen, dass die Corona Risikogruppe Diabetiker ein erhöhtes Risiko haben, wenn weitere Erkrankungen vorhanden sind, die Folge von Diabetes ist.

Corona Risikogruppen Sterblichkeitsrate

Laut WHO, China war die Sterblichkeitsrate für Diabetiker in China im Februar 2020 bei 9,2%. Was heißt das? Meiner Meinung nach alles und nichts. Hier werden lediglich Sterbewahrscheinlichkeiten hochgerechnet. Nun sollte man aber wissen, wie diese Zahlen entstehen. Daher möchte ich anhand dieses Beispieles das genauer betrachten.

Die o.g. Sterblichkeitsrate zeigt Auswertungen in China Stand Februar 2020. Man untersucht also die Toten, die nachweislich mit Corona infiziert waren und prüft, welche Erkrankungen vorlagen. Von 100 Verstorbenen hatten 9 Diabetes. Doch das besagt nicht, dass diese Menschen an Diabetes gestorben sind, sondern sagt lediglich aus, dass 9 diese Erkrankung hatten. Woran Sie wirklich starben geht aus dieser Statistik nicht hervor.

Wir wissen, dass Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen Begleit- oder Folgeerkrankung von Diabetes sein können. Doch auch diese Erkrankungen sind hier separat aufgeführt. Entweder ist nur eine Grunderkrankung angegeben oder andere nicht bekannt. Kurzum das sagt nichts aus.

In einer Studie von 2013 waren in China bis 2010 über 22 Mio Menschen an Diabetes erkrankt. Das entspricht 11,6% der Bevölkerung von China. Mit Corona infiziert und dann verstorben waren 9,2%. Man muss kein Mathegenie sein, um hier eine fast identische Zahl erkennen zu können. Wenn als ca. 10% der Bevölkerung (Stand 2010) Diabetes haben und 10% der Infizierten starben die auch Diabetes hatten ist das kein Indiz für ein erhöhtes Risiko sondern logisch.

Daher gilt in meinen Augen bei Diabetikern Ruhe bewahren, auf perfekte Einstellung der Insulinmengen achten, Hygienemaßnahmen einhalten und Immunsystem stärken.

Jens

Mein Name ist Jens Undeutsch und seit 23 Jahren selbständiger Unternehmer und Autor bzw. Texter von diversen Homepage

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